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Corso auf dem Monte Pincio
© VG Bild-Kunst, Bonn 2001
1911
Lithographie, 22 x 31 cm
Bez. rechts unten: MLiebermann
Prov.: Privatsammlung Berlin-Wannsee (bis 1993); 10/1993 Kunstkreis Berlin GbR.
Ausst.: Cannes. La Malmaison 1996; Lutherstadt Wittenberg , Cranach-Galerie 1996.
Lit.: Schiefler, Nr.118.
Im Vordergrund links eine Gruppe Fußgänger, rechts eine nach links fahrende Equipage, in der eine Dame mit großem Hut sitzt. Dahinter ein sich in entgegengesetzter Richtung bewegender Wagen. Hinter der Fußgängergruppe eine weitere nach links fahrende Karosse. Rechts in der Ferne die Kuppel von St. Peter hell zwischen den dunklen Baumstämmen.
- Die Zeichnung ist noch locker angelegt. Die Ferne links von den Bäumen weist in ihrer Fläche noch keine Gruppe vertikaler Strichel auf. Der große Hut der Dame innerhalb seiner Umrißlinien noch hell. Der Rücken und die Flanke des Pferdes hinter ihr ebenfalls noch weiß. Das Laubwerk der Bäume nur mit ganz derben Kritzellinien gezeichnet. Der Erdboden vorn trägt nur wenig markante horizontale Striche; insbesondere die Partie unterhalb des Wagenschlages noch ganz hell, während sie später mit zarten horizontalen Strichen übergangen ist. Der rechte Hinterhuf des vordersten Pferdes ist im Trab gehoben und rückwärts gebogen.
- Ex. signiert : "I Etat M. Liebermann", Papiergröße 265/8 x 324, mit Gouache- und Kohlekorrekturen, bei Dr. Stinnes.
- Ex. ohne Korrekturen im Kupferstichkabinett in Berlin.
- Gegendruck von I3 mit starken Korrekturen bei Dr. Stinnes.
- Die etwa 45 mm lange und 7 mm hohe Fläche, welche oben von der Peterskuppel und der sich anschließenden Horizontlinie, rechts vom Hinterkopf des nach rechts trabenden Pferdes, links von den Köpfen des Kutschers und des Lakaien der nach rechts fahrenden Equipage und unten von der jetzt mit Kritzellienien in Dunkel gelegten Partie oberhalb des Rückens jenes Pferdes begrenzt wird, ist abgesehen von einigen Stricheln und ganz zarten horizontalen Linien noch weiß. Ebenso ist die links von den Bäumen unterhalb der Horizontlinie liegende Fernenfläche noch hell, weist aber jetzt, im Gegensatz zu I etwa 18 mm links vom Baume eine Gruppe vertikaler Strichel auf. Der Hut der Dame ist ganz schwarz geworden. Unterhalb des gehobenen Hinterfußes des vorderen Pferdes erscheint der Huf eines die Erde berührenden Pferdebeines, aber in etwas zaghafter Zeichnung. Oben links in der Luft eine Schlängellinie, welche sich von etwa 25 bis 40 mm vom Plattenrand links erstreckt.
Ex. Signiert "II Etat M. Liebermann" auf weißem Papier, Papiergröße
350 x 482. Dieser Zustand ist im Prospekt P. Cassirers vom März 1912 und im Katalog "Deutsche Graphik" derselben Firma vom Dezember 1917 abgebildet.
- Die unter II erwähnte Fläche unterhalb der Peterskuppel mit mehreren kräftigen horizontalen Strichen übergangen, so daß von einer weißen Fläche keine Rede mehr sein kann. Die Fläche links von den Bäumen weist mehrere neue vertikale Strichelgruppen auf, bis dicht an die Bäume heran. Die frühere Form des unter II beschriebenen Pferdebeines ist wiederhergestellt und die neue Zutat mit dem Polierstrahl fast beseitigt. (Schiefler)
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